Bilanzpressekonferenz am 7.2.2012

"Es war wieder ein gutes Jahr für uns"

v.l.n.r.: Christoph Gommans, Wilhelm Struck

Brüggen/Nettetal. Die Volksbank Brüggen-Nettetal hat auch das Geschäftsjahr 2011 mit positiven Zahlen abgeschlossen. Ihre Bilanzsumme stieg um 2,4 Prozent auf 546 Millionen Euro. Für das Plus verantwortlich war vor allem der Zuwachs bei den Kundeneinlagen. Bei den Kundenkrediten wurde das Vorjahresniveau erreicht: „Es war wieder ein gutes Jahr für uns“, so Vorstandssprecher Wilhelm Struck. Er berichtete zudem aus den jüngsten Gesprächen mit den Mitgliedervertretern über die anstehende Fusionsentscheidung: „Wir bekommen sehr viel Zustimmung für die Verschmelzung mit der Volksbank Krefeld.“

Dass die Volksbank inmitten allgemeiner Ängste um Euro und Wirtschaft auf der Gewinnerseite steht, hat für Struck einen klaren Grund: „Als regionales Institut konzentrieren wir auf unsere Mitglieder und Kunden in Brüggen und Nettetal. Und mit unseren Wertvorstellungen und unserer Verlässlichkeit, mit unserer Einbin-dung in einen starken Verbund erlangen wir etwas, was vielen anderen Banken fehlt: Vertrauen!“ 

 

Dies bestätigt die Geschäftsentwicklung 2011. Immer mehr Vermögen vertrauen die Mitglieder und Kunden ihrer Volksbank an: 390 Millionen Euro weist die vorläufige Bilanz an Kundeneinlagen aus. Das sind 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Spareinlagen stiegen auf 170 Millionen (plus vier Millionen Euro). Besonders gefragt waren Angebote mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Die Sichteinlagen legten auf 220 Millionen Euro zu (plus acht Millionen Euro).

Auch Immobilien seien für viele Anleger und Eigennutzer mit Blick auf die aktuellen Inflationsdiskussionen ein spannendes Thema. Die bei Kauf oder Sanierungen nötigen Darlehen vermittle die Volksbank meist an genossenschaftliche Hypothekenbanken oder an Förderinstitute: „Hier gehen niedrige Zinsen und langfristige Verlässlichkeit Hand in Hand“, so Struck. In der Verbundbilanz konnte so ein Kreditwachstum von 4,2 % erreicht werden. Etwas restriktiver verhalte sich der Mittelstand. „Kleine und mittlere Betriebe schauen eher mit Sorge auf die allgemeine Konjunktur. Sie stärken derzeit ihr Eigenkapital, zahlen Kredite zurück und Investitionen werden oft verschoben.“ 

 

Die Personalkosten der Volksbank mit ihren 130 Mitarbeitern sind in 2011 leicht gesunken, die Sachkosten an den neun Standorten dagegen aufgrund höherer Instandhaltungs- und Energiekosten gestiegen. Der Bilanzgewinn legte etwas zu. „Unsere Eigenkapitalsituation ist ebenfalls gut“, so Struck: „Wir haben unsere Reserven weiter gesteigert.“ Mit Blick auf weiter zunehmende Anforderungen von Politik und Aufsicht setze die Kreditgenossenschaft hier ganz bewusst auf Sicherheit. 

 

Auch die Region profitiert vom wirtschaftlichen Erfolg der Volksbank Brüggen-Nettetal. Sie plant Steuerzahlungen von rund 1,3 Millionen Euro ein und engagiert sich in vielen Vereinen und Initiativen. Mit 120.000 Euro wurden im vergangenen Jahr 80 Projekte für Jugend, Kultur, Sport und Soziales unterstützt. 

 

In der Region unterwegs war der Vorstand in den letzten Wochen. Zu Informationsgesprächen über die geplante Fusion mit der Volksbank Krefeld hatte er alle von den Mitgliedern gewählten Vertreter eingeladen. „Wir haben in diesen Versammlungen eine sehr sachliche und zugleich interessierte und zustimmende Atmosphäre wahrgenommen“, sagte Struck: „Wer nicht handelt, der wird eines Tages behandelt – diese Botschaft ist verstanden worden.“ Vor allem hatten die Mitgliedervertreter wissen wollen, was mit ihrer Filiale passiert und ob sie einen neuen Berater bekommen. „Wir haben gesagt, dass alle Geschäftsstellen und alle Arbeitsplätze erhalten bleiben“, so der Vorstandssprecher: „Unsere Kunden behalten zudem ihre bekannten Ansprechpartner. Unsere Firmenkundenbetreuer bleiben am Standort in Bracht tätig und betreuen wie gewohnt das gesamte Geschäftsgebiet.“ Verwaltungsaufgaben sollen in Krefeld konzentriert werden. 

 

Zu den Auswirkungen der Fusion gehöre auch die neue Bankleitzahl und für einen kleineren Teil der Kundschaft eine neue Kontonummer: „Dem gegenüber steht die Sicherung von Service und Beratung vor Ort, verbunden mit guten Dienstleistungen und Konditionen“, sagte Struck.

Grundlage der geplanten Fusion – für die beide Kreditgenossenschaften die Zustimmung ihrer Vertreterversammlungen brauchen – sei die 2006 beschlossene Kooperation: „Wir sind unter anderem deshalb wirtschaftlich so gut unterwegs, weil wir seit sechs Jahren eng zusammenarbeiten und viele Verwaltungsaufgaben gemeinsam bewältigen“, sagte Struck. Er lobte das Vertrauensverhältnis zum Krefelder Vorstand und die bereits heute enge Zusammenarbeit zwischen Bereichen und Abteilungen der beiden Kreditgenossenschaften.

Die Anforderungen von Aufsicht und Politik an regionale Institute wie die Volksbank Brüggen-Nettetal würden weiter steigen. „Dem können wir nicht mit noch mehr Kooperation begegnen, denn mehr Kooperation geht nicht“, so der Vorstandsvorsitzende. Eine Verschmelzung beider Häuser rückwirkend zum 1. Januar 2012 allerdings schaffe die Voraussetzungen dafür, weitere interne Aufgaben zu konzentrieren: „Der Vorteil für unsere Mitglieder und Kunden liegt auf der Hand, denn mehr Mitarbeiter haben Zeit für persönlichen Service und individuelle Beratung. Wir können hier gemeinsam Zukunft sichern.“ 

 

Beide Häuser, sagte Struck weiter, seien sich viel ähnlicher, als man vermute: „Krefeld und wir sind stark vor allem im ländlichen Bereich, haben eine ähnlich strukturierte Kundschaft und teilen die gleichen Werte. Auch unser genossenschaftliches Geschäftsmodell ist gleich: Wir sichern das Sparguthaben der Menschen vor Ort und geben dieses Geld weiter an investitionswillige Mittelständler und Immobilienbesitzer. Das hat sich seit Generationen bewährt und wird jetzt von den Vereinten Nationen gewürdigt. Denn 2012 ist das Internationale Jahr der Genossenschaften. Selbst die Rating-Agenturen haben unsere FinanzGruppe hochgestuft.“

Volksbank Brüggen-Nettetal
BLZ: 31062154
BIC: GENODED1KBN