Banken vor der Hochzeit

Rheinische Post vom 13. April 2011

 

Text: Ludger Peters

RP-Foto: Busch

 

Wachsende Auflagen und der zunehmend härtere Markt veranlassen die Volksbanken Brüggen-Nettetal und Krefeld zu Fusionsgesprächen. Bis zum Jahresende sollen Ergebnisse vorliegen, die 2012 vollzogen werde sollen.

Drei Männer auf Brautschau: Horst Brunen (von links), Vorstandssprecher Wilhelm Struck und Christoph Gommans wollen in einem Jahr Hochzeit mit der Volksbank Krefeld feiern.

NETTETAL/BRÜGGEN

 

VON LUDGER PETERS

 

Nettetal/Brüggen Die Volksbanken Brüggen-Nettetal und Krefeld wollen fusionieren. Die Vorstandssprecher Wilhelm Struck (Brüggen-Nettetal) und Klaus Geurden (Krefeld) kündigten gegenüber den Vertreterversammlungen am Montag- und gestern Abend entsprechende Gespräche an. Beide Banken arbeiten seit 2006 bereits zusammen. Struck verbreitete in Brüggen große Zuversicht: „Wir haben diese Fusionsgespräche aufgenommen und sind auf einem guten Weg.“ Geurden wollte gestern noch keine Stellungnahme abgeben.

 

 

Struck legte am Montagabend eine von Wachstum geprägte, grundsolide Bilanz vor. Die Verschmelzung beider Geldinstitute sei aus seiner Sicht unvermeidlich, solle aber zu einem Zeitpunkt vollzogen werden, zu dem beide Banken voll handlungsfähig seien, erklärte er. Der zunehmend härtere Wettbewerb sowie wachsende Anforderungen durch Gesetzgeber und Bankenaufsicht bezeichnete Struck als maßgebliche Treiber einer Fusion. Banken dieser Größenordnung seien durch regulatorische Maßnahmen, zunehmendes Meldewesen, Risikosteuerung, Anforderungen durch Basel III und Forderungen nach höherem Eigenkapital enorm belastet.

 

 

Seit 2006 arbeiten die Volksbanken Krefeld und Brüggen-Nettetal im Bereich des „Back Office“ bereits sehr eng zusammen. Personalverwaltung, Zahlungsverkehr, Marktfolge, Abwicklung und Rechtsabteilung sowie das in St. Tönis ansässige Servicecenter haben die Volksbanken bereits zusammengefügt. „Wir werden unsere Präsenz im Markt nicht ändern. Aber es ist sinnvoll, die dahinter liegenden Aufgaben zusammenzufügen. In der Kooperation muss jede Bank ihren eigenen Abschluss machen, wir wollen die Synergieeffekte einer Fusion nutzen.“

 

 

Als Beispiel nannte Struck das Rechenzentrum, das bereits 30 Prozent der Sachkosten ausmache. „Gerade auf diesem Gebiet müssen wir bestrebt sein, Kosten zu senken, um im Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Die größere Kapitalausstattung einer verschmolzenen Bank trage dazu entscheidend bei.

 

 

Mit der unmittelbar benachbarten Volksbank Viersen haben die Brüggen-Nettetaler keine Gespräche aufgenommen, weil dort vor knapp sechs Jahren kein Interesse an einer Zusammenarbeit bestand, die dann mit Krefeld vollzogen wurde. „Krefeld ist damit unser erster Gesprächspartner“, unterstrich Struck. Er will mit seinem Vorstand bis zum Jahreswechsel die Gespräche so vorantreiben, dass die Mitglieder über den Sachstand informiert werden können. Ziel ist es, im kommenden Jahr die Fusion zu vollziehen. Unmittelbar vor der Vertreterversammlung hatte der Vorstand die Mitarbeiter über die Pläne informiert.

Volksbank Brüggen-Nettetal
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